Der jüdische Friedhof
Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof












Etwa einen Kilometer südöstlich der Altstadt liegt an der ehemaligen Bundesstraße nach Hamm, der heutigen Kleiststraße, der 548 m² große jüdische Friedhof.

Von der Kleiststraße führt ein schmaler Fußweg über einen Straßengraben zu einer Holzpforte, die von zwei Backsteinpfeilern flankiert wird. Ein sich anschließender Schotterweg teilt den Friedhof in einen südlichen neueren Teil und einen nördlichen älteren Teil. Von den insgesamt erhaltenen 26 Grabdenkmälern befinden sich 14 im nördlichen Teil, scheinbar weniger geordnet und 12 im südlichen Teil in einer strengen, nach Reihen orientierten Ordnung.

Das älteste Grabdenkmal stammt, wenn man von den Inschriften ausgeht, aus dem Jahr 1868, die jüngsten sind zwischen 1919 und 1939 entstanden.

Das genaue Jahr der Errichtung des jüdischen Friedhofes ist nicht bekannt, wird jedoch vor 1868 gewesen sein. Dieser wurde bemerkenswerterweise sehr weit vom Stadtkern entfernt an einer Stelle errichtet, die im Mittelalter einen Begrenzungspunkt Wigbolds ausmachte und die bis ins späte 18. Jahrhundert als Hinrichtungsplatz genutzt wurde.

1891 folgte eine Erweiterung des Friedhofes nach Süden.

1939 wurden letztmalig Mitglieder der jüdischen Gemeinde auf dem Friedhof beigesetzt.

Während der zeit des Nationalsozialismus wurde der jüdische Friedhof erheblich zerstört: Inschrifttafeln wurden demoliert und entwendet, Grabdenkmäler wurden umgeworfen.

Die Zerstörung durch die Nationalsozialisten, aber auch die Verwitterung der vielen Sandsteingrabdenkmäler haben dazu geführt, daß der Bestand erheblich gefährdet ist.

Der jüdische Friedhof bildet zusammen mit der Synagoge ein wichtiges Relikt der jüngeren Drensteinfurter Stadtgeschichte.

Ansprechpartnerin: Frau Homann